Cape Kidnappers, Napier, Porangahau

 

Am Montag, 27.11.2017 sollte es für uns weiter Richtung Cape Kidnappers gehen. Dieser Ort ist bekannt als Nistungs- und Überwinterungsort der Tölpel. Das sind Meeresvögel, für alle die, die vorher noch nichts von diesen hübschen Tierchen gehört haben. Der ideale Ort um die Tiere zu besuchen ist von November bis Februar. Die Gegend um Cape Kidnappers macht einen sehr wohlhabenden Eindruck, der Weinanbau hat den Menschen hier viel Wohlstand gebracht.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, an den Straßen präsentierten Obst- und Gemüseverkäufer die frische Ernte. Somit genossen wir frische Kirschen, Erdbeeren, Aprikosen und richtig tolle Avocados. Auf dem Weg zum Cape Kidnappers machten wir noch einen kleinen Stadtbesuch in Napier. Eine wunderschöne Stadt direkt am Wasser mit tollen Spielplätzen für die Kinder und einer schönen Architektur der Häuser. Wir kamen uns ein bisschen vor wie in Miami. Wir übernachteten auf einem Freedom Campingplatz namens Foreshore Reserve Freedom Camping. Hier waren auch wieder nur 8 Campingplätze zur Verfügung und auch hier gilt die Regel:“ Wer zuerst kommt, malt zuerst.“ Wir hatten Glück. Der Platz hatte eine öffentliche Toilette, die sehr sauber war. Der Plätz füllte sich gegen 17.00 Uhr sehr schnell. Auch der Ranger war nicht weit. Hier wurde regelmäßig geprüft, wer wo steht, Nummernschilder wurden notiert und wer in der Nacht noch hier Stand ohne auf einem markierten Platz zu stehen, bekam erstmal eine Strafe von 200 Dollar aufgebrummt. Der Ranger war gnadenlos und ließ auch nicht mit sich diskutieren.

Ein paar Bagpacker versuchten es natürlich, mussten dann aber leider das hohe Lehrgeld zahlen. Da waren wir echt froh, dass wir nicht betroffen waren. Auf diesem Platz war in der Nacht viel los. Uns war das alles ein bisschen unheimlich hier und wir waren froh, dass wir hier am nächsten Morgen wieder wegfahren konnten. Am Abend regnete es aber der Morgen, 28.11.2017 sollte wieder ein toller Sonnentag werden. Wir genossen die Morgenstunden noch an der Spielplatzküste in Napier und dann ging es los zum Cape Kidnappers. Es ist ungefähr eine halbe Stunde von Napier entfernt.

Da war er nun, der besagte Ort der Tölpel. Wir checkten in das direkt vor dem Cape Kidnappers liegende Motor Camp ein. Ein älteres Ehepaar bewirtschaftet diesen Ort. Uns erwartete ein Stellplatz direkt am Meer, saubere Toiletten und Duschen und ein toller Blick auf das Meer.

Um zu den Tölpeln zu gelangen ist eine etwas längere Wanderung von ca. 9km nötig. Wir überlegten schon, ob wir das mit den Kindern machen können und entschlossen uns aber dafür. Im schlimmsten Fall müssten wir sie halt tragen. Somit machten wir uns bei Ebbe gegen 14.30 Uhr auf den Weg.

Die Wanderung entlang der Küste war eine der schönsten Strandwanderungen, die wir je gemacht haben. Wir haben Muscheln gesammelt, sind über Steine gesprungen, haben Möwen gesehen, Sandsterne, riesige Gesteine, viele unterschiedliche Gesteinsschichten an den Felswänden der Küste. Einen kleinen Hai, der Tod ans Meer gespült wurde. Für uns und unsere Kinder bot sich hier ein tolles Erlebnis. Der Weg geht direkt am Stand lang. Somit war Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und gute Kleidung wichtig.

Die Wanderung war lang aber der Anblick der Tölpel auf den Felsen dafür um so beeindruckender. Viele kleine Tölpel waren schon geschlüpft, so dass diese kleinen süßen Tierchen über das Nest in die Welt rausschauten. Das Begrüßungsritual der Tölpeleltern beim Anflug ins Nest ist ebenso eindrucksvoll. Wir konnten gar nicht genug bekommen. Ein unbeschreibliches Erlebnis. Wir danken Mike und Andra für die Empfehlung hierher zu fahren, denn die Besichtigung zu diesem schönen Ort ist wirklich lohnenswert.

Auf dem Rückweg war absolute Ebbe, so dass sich hier auch nochmal ein toller Blick unter die Meeresoberfläche bot. Ein Wahnsinn wie viele Felsen sich hier noch bei Ebbe im Meer zeigten. Die man bei Flut nicht sah. Unsere Tochter ist fast den ganzen Hin- und Rückweg gelaufen. Das hat sie richtig toll gemacht. Unseren Sohn haben wir auf dem Rückweg abwechselnd getragen. Am Campingplatz angekommen, machten wir es uns im Bulli gemütlich und schliefen alle tief und fest ein.

Mittwoch, 29.11.2017 verbrachten wir den ganzen Tag am Campingplatz. Wir genossen die stille See, sammelten Muscheln, bauten eine Autobahn mit Muscheln und Holz und machten am Abend ein schönes Lagerfeuer am Strand.

Am Donnerstag, 30.11.2017 machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Wellington. Auf dem Weg machten wir noch einen kurzen Halt bei dem längsten Ortsnamen der Welt. Ein Hügel in der Hawke´s Bay trägt folgenden Namen:

Taumatawhakatangihangakoauauotameteaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu

Puh, ich hoffe da ist jetzt kein Rechtschreibfehler drin. Wenn ihr einen findet, lasst es mich wissen. Diesen Namen trägt der Gipfel eines Hügels, wo Taumata mit großen Knien, Besieger von Bergen, Reisender von Land und Meer seine Nasenflöte für seine Geliebte spielte. Das Ganze steht auf einem weißen unspektakulären Schild. Wir fanden das ganz nett, aber ich würde jetzt wegen so einem Schild auf dem Hügel nicht nochmal dahinfahren. Gesehen Foto gemacht und weiter ging es.

Wir fuhren aber dann wieder ein Stück zurück, weil wir durch Camper Mate auf einen tollen Freedom Campingplatz in der Nähe von Porangahau aufmerksam wurden. Der Platz hier hieß Te Paerahi Beach Freedom Camping. Und was sollen wir sagen, so stellten wir uns Camping in Perfektion vor. Der Platz liegt direkt hinter den Dünen ist umgeben von Nadelbäumen, so dass man auch einen Platz im Schatten finden kann. Wenn man dann durch die Dünen hindurchgeht, entdeckt man einen Strand der Superlative. Wasser und Sand soweit das Auge reicht. Ein kleines Paradies unter den vielen Paradiesen dieser Insel.

Wir holten uns noch Schaufeln und Sandspielzeug und verbrachten den Rest des Tages mit Rutschen in den Dünen, Eingraben im Sand und Sandburgen bauen. Einfach unbeschreiblich schön.

Toll, dass solche Campingplätze kostenfrei angeboten werden. Auch den Freitag, 01.12.2017 blieben wir nur an diesem Strand und genossen die absolute Freiheit tun und lassen zu können was man will.

Am Samstag, 02.12.2017 standen wir ganz früh auf, um den Sonnenaufgang zu bewundern. Der Anblick, welcher sich uns bot war traumhaft schön, dafür steht man gern so früh auf.

Heute wollten wir eine etwas längere Strecke fahren. Es sollten 3 Stunden Autofahrt werden. Die Kinder durften sich mal wieder eine ihrer Lieblingsfilme aussuchen und so ging es entspannt auf die Fahrt. Wir fuhren auch nicht gleich zurück auf den HW2 sondern nahmen die Route über die Wimbledon Road und bogen in Weber dann erst auf die Weber Road nach Dannevirke Richtung HW 2 ab. Auf diesem Weg bot sich für uns eine schöne einsame grüne Landschaft fernab vom Tourismus. Wenige einzelne Häuser, dafür aber tolle Bäume und die typische grasgrüne Hügellandschaft Neuseelands unter blauem Himmel.

 

Jetzt geht es weiter Richtung Süden.

 

Bis bald

Eure Urbanik´s