Milford Sound, Gertrud Saddle, Mirrow Lakes, Te Anau

Von Lumsden ging es dann rechts ab auf den HW 94 bis Te Anau und von da ab sind es noch ca. 120 km bis zum Milford Sound. Die Straße zum Milford Sound gehört definitiv zu den Traumstraßen dieser Welt, nur leider konnten wir aufgrund der Sicht nicht so viel sehen. Vom 30.12. – 02.01.2017 verbrachten wir die unsere Reise im Milford Sound. Wir kamen bei absoluten Regen am Abend des 30.12.2017 an.

Die Schönheit dieser Gegend ließ sich wirklich nur erahnen. Der Nebel stand tief in den Bäumen und die Berge waren kaum ersichtlich. Wir suchten uns ein Plätzchen im DOC Cascade Greek Campsite und verbrachten den ganzen Abend im Auto. Der Regen prasselte ohne Pause auf unser Auto. Auch der 31.12.2017 begann regnerisch. Wir hatten bereits den Wetterbericht gesichtet und das Wetter sollte ab Mittag wieder trocken werden und die nächsten Tage auch halten.

Wir buchten uns noch in Te Anau über Orange Cruise online für Neujahr 9.00 Uhr eine Tour durch den Milford Sound. Somit stand das frühe zu Bett gehen in der Silvesternacht an und wir haben es bei dieser Ruhe hier tatsächlich verschlafen. Das ist uns auch noch nicht passiert aber für das Programm am Neujahrstag war das die absolut richtige Entscheidung.

Wir fuhren nun im Regen die Strecke ab, um zu wissen, wo wir am nächsten Morgen in der Früh genau hinmüssen. Die Besichtigung des Gebietes bei Regen war aber auch sehr schön. Viele Wasserfälle bahnten sich den Weg die Berge herunter.

Dadurch bot sich uns ein wunderschönes Naturschauspiel. Ca. 16 km vor dem Milford Sound muss man den Homer Tunnel durchqueren. Der fast 2km lange Tunnel wird mit einer Ampel geregelt. Durch das Warten auf die Durchfahrt, hatten wir noch das Vergnügen einen Kea auf unserem Auto zu bestaunen. Der Kea ist der weltweit einzige hochalpine Bergpapagei, der außerhalb der Tropen lebt und auch in verschneiten Regionen überwintern kann. Sein grünes Gefieder mit orangenen Akzenten ist wunderschön anzusehen. Die Kinder hatten riesigen Spaß. Ab 12.30 Uhr ließ sich die Sonne dann blicken und schob die Wolken an die Seite. Unbeschreiblich schön, welchen Anblick wir jetzt genießen konnten.

Felsen der Superlative zeigten sich rechts und links der Straße, Wälder in sattem Grün, Schneebedeckte Bergkuppen. Die Landschaft erinnerte mich etwas an Norwegen. Es war nur noch gewaltiger und imposanter.

Wir legten einen Fotostopp nach dem anderen ein und suchten uns ein Nachtlager im etwas außerhalb liegenden Gunn´s Camp. Das ist ein familiengeführter Campingplatz mit Museum zur Geschichte des Milford Sound, die Aufenthaltsräume sind mit Kamin und Warmwasser wurde ebenfalls durch Kaminfeuer erzeugt und vielen kleinen Feuerstellen. Ein Platz mit Charm, auf dem man mehrere Tage verbringen kann. Wir gingen am Silvesterabend um 22.00 Uhr schlafen um am nächsten Morgen um 7.00 Uhr fit durch den Milford Sound zu schiffen.

Frohes Neues Jahr. Der Morgen des Neujahrstages verlief etwas hektisch, da unsere Kinder keine Frühaufsteher sind. Wir mussten bis zum Milford Sound noch ca. 45 Minuten fahren und haben dann unser Schiff ganz knapp geschafft. Puh, jetzt hieß es erstmal Luftholen.

Das Wetter hätte nicht schöner sein können. Das Schiff war aufgrund des Neujahrstages nicht besonders voll. Wir hatten also viel Platz um alles genießen zu können.

Der Milford Sound wird inoffiziell auch als das achte Weltwunder bezeichnet und diesem Ruf wurde er voll gerecht. Der Ausblick war fantastisch. Wir bewunderten steile Felswände, sattes Grün, den schneebedeckten Mitre Peak und hohe Wasserfälle. Der Mitre Peak ist einer der höchsten Berge der Welt, der direkt vom Meer aufsteigt.

Wir haben eine kleine Robbenkolonie am Seal Rock bestaunen können und Delfine schwammen direkt neben uns her. Am Stirling Fall sorgt der Kapitän dafür das alle Passagiere an Deck erstmal ordentlich nass werden. Mich hat am meisten beeindruckt, wie weit das Schiff an den Felsen ranfahren konnte. Da gab es nicht mehr viel Abstand zwischen Schiff und Felsen.

Wir fuhren hinaus zur Tasmanischen See und dann ging es wieder zurück. Die Fahrt dauert ungefähr 2 Stunden. Unterwegs gab es noch einen kleinen Snack als Stärkung. Eine Fahrt, die sich wirklich lohnt und zu einem absoluten Highlight auf unserer Reise etabliert hat.

Die Rückfahrt vom Milford Sound brachte dann aber noch weitere Höhepunkte mit sich. Der Fotoapparat hatte hier einfach keine Pause.

Unser Freund Mike, langjähriger Reiseführer in Neuseeland, erzählte uns immer wieder vom Gertrud Saddle. Eine sehr empfehlenswerte Wanderung mit traumhaftem Ausblick. Da das Wetter jetzt so schön war und die Reisetipps von Mike bisher immer alle traumhaften Ausblicke hatten, nahm Tony seine Laufschuhe und machte sich auf den Weg. Diese Wanderung ist aber wirklich nur bei gutem Wetter zu empfehlen, da man sich hier seinen Wanderweg über viel Steine und Geröll suchen muss. Der hochalpine Ausblick am Ende ist aber einfach unglaublich. Ich machte es mir mit den Kindern an einem kleinen Bach gemütlich über den wir eine Steinbrücke bauten. Das machte viel Spaß aber das Wasser war echt kalt. Unsere Füße waren am Ende kleine Eisklumpen.

Nach Tony´s Rückkehr ging es nochmals für eine weiter Nacht auf den DOC Cascade Greek Campsite. Von hier aus gab es noch einen 45-minütigen Nature walk zum Gun´s Lake. Den konnten die Kinder sehr gut bewältigen und wir ließen den Abend mit Picknick am See ausklingen. Ein traumhafter Neujahrstag geht zu Ende.

Am Morgen des 02.01.2018 fuhren wir dann wieder aus dem Nationalparkt heraus und machten uns auf den Weg nach Te Anau. Wir machten noch einige kurze Stopps und kleine Spaziergänge unter anderen einen Halt auf der Seite namens „The Chasm“, ein tosender Fluss, der seinen Weg durch die rauhe Felslandschaft frisst uns an den Mirrow Lakes, wo sich bei Windruhe die Berge in den Seen spiegeln. Dann ging es weiter nach Te Anau. Wir checkten am Te Anau Lakeview Kiwi Holiday Park and Motels ein. Meiner Meinung nach ein Campingplatz mit Hotelcharakter. Die sanitären Anlagen sahen aus, wie die in guten Hotels. Hier passte einfach alles. Wir stellten unseren Bulli ab und dann ging es für den Rest des Tages baden im Lake Te Anau.